Nach einer erholsamen Nacht auf dem Schiff haben wir heute die gebuchte Fahrradtour in Angriff genommen. 9.30 Uhr war Treff, kurze Einweisung und Fahrradausgabe und dann ging es auch schon los durch den Tokioter Stadtverkehr. Das Wetter war blendend, sonnig und sehr angenehm zum Radfahren. Unser Tourguide Jan, ein sonniges Gemüt und von Beruf seit 10 Jahren Weltenbummler, kannte sich gut aus und hat uns sicher durch das Gewirr der Straßen geführt. Nach einer gemächlichen Runde zum Eingewöhnen ging es zunächst in das ehemalige olympische Dorf, welches heute hauptsächlich als Wohnanlage genutzt wird und einen schönen Blick auf das Wasser bietet.




Der nächste Zwischenstopp war der Hanazono – Schrein, einer der bekanntesten und berühmtesten Bauwerke in Tokio. Die Japaner – die sich selbst wohl überwiegend religionslos bezeichnen – verehren die Natur und das Leben. Ihre Freundlichkeit und Bescheidenheit ist schon bemerkenswert. Typisch für die japanische Art ist folgendes Beispiel: Wenn ein Japaner morgens zur Arbeit kommt und der Erste im Büro ist, dann nimmt er nicht den Parkplatz, der am Nächsten liegt, sondern vielmehr den in der letzten Reihe. Es könnte ja sein, dass die die später kommen Stress hatten und jetzt deshalb auf den letzten Drücker kommen. Da sollten sie wenigstens den kürzeren Weg haben. Können wir einiges lernen…




Unser nächster Stopp war der Tokyo Skytree, Genau 634 Meter hoch, um als weltweit höchster Fernsehturm ein Symbol für die Region zu sein und eine leicht merkbare Zahl zu bieten. Die Zahl 634 steht für „Mu-sa-shi“ (6=mu, 3=sa, 4=shi), den alten Namen der Provinz, die das heutige Tokio, Saitama und Kanagawa umfasst. (Quelle:Wikipedia). Der Turm ist das dritthöchste Gebäude der Welt und schon sehr imposant. Wir konnten bis zur 2. Plattform in 450 m Höhe fahren, der Aufzug braucht dafür kaum mehr als 1 Minute, allerdings muss man bei 350m umsteigen.








Tokio ist wohl die größte Metropolregion der Welt mit fast 40 Millionen Einwohnern. Alle umliegenden Städte sind praktisch mit der Hauptstadt verschmolzen – Häuser und Straßen und hunderte, eher tausende Brücken…wäre doch mal eine Partnerstadt mit Dresden wert in punkto Brückenbau…😉
So, ein Touristen-Highlight geht noch – Asukusa-Tempel. Ein wenig kann man hier noch die Kirschblüte bestaunen und vor allem die jungen Frauen, die in traditionellen Gewändern posieren, um tolle Fotoshootings zu machen. Das war uns ja schon in Vietnam und Kambodscha aufgefallen und scheint ein asienweiter Trend zu sein…






Was gab’s heute noch Nennenswertes? Die Straßen Tokios sind sauber, leise, kein Smog und es geht äußerst gesittet zu. Überall Fahrradwege – es herrscht übrigens Linksverkehr – und gefühlt 2.000.000 Millionen Ampeln…
Die Leute sind unglaublich zuvorkommend, höflich und freundlich – da können wir echt was lernen!
Ganz zum Schluss noch ein Blick auf den Kaiserpalast, der für Besucher jedoch nicht zugänglich ist. Ein schönes Fotomotiv gab es dennoch, das Nebeneinander von Tradition und Moderne.


Gegen 17.30 Uhr waren wir dann wieder an Bord, schnell noch die obligatorische Notfallübung gemacht und dann entspannt das Abendessen genossen – 5 Gänge, denn es soll ja niemand verhungern…🙄Dann noch ein Absacker an Deck, denn schließlich soll der Reiseblog auch noch geschrieben werden… Heute Abend legte das Schiff um 19.00 Uhr ab und der Seegang ist doch schon spürbar bei Wind von 75 km/h. Aber wir sind ja seefest… (hoffentlich)🫣

