Shanghai

Was soll man sagen – Shanghai ist eine Stadt der Superlative. Wir hatten für heute, den 25.0z4. eine Ganztagestour zu den architektonischen Highlights der Stadt gebucht. 8.40 Uhr ging es los und wir hatten absolutes Glück mit der Reiseleiterin Frau Li, die Germanistik in Shanghai studiert hat und ein nahezu akzentfreies Deutsch spricht – wir waren beeindruckt und restlos begeistert!

Zunächst ging es in einstündiger Fahrt vom Fährterminal in die Innenstadt. Shanghai hat eine Ausdehnung von ca. 120 x 100 km und ist durch ein riesiges Autobahn- und Straßennetz gegliedert. Es gibt mehr als 1500 Gebäude, die höher als 100 m sind, 78 davon sind sogar höher als 200 m. Die Stadt ist riesig, ultramodern, sauber und aufgeräumt.

Unser erstes Ziel war der Shanghai-Tower, das höchste Gebäude der Stadt und das dritthöchste der Welt. Die Aussichtsplattform befindet sich in mehr als 500 m Höhe und wir hatten unfassbares Glück mit dem Wetter – die Aussicht war grandios! Viele Gebäude sind in den letzten 20 Jahren und mit der Weltausstellung 2010 entstanden und man konnte sie von so weit oben in beeindruckender Weise bestaunen!

Weiter ging’s mit einem Spaziergang durch die historischen Straßen der Innenstadt und entlang des Flussufers. So wurden uns die Gebäude der Uferpromenade aus der Kolonialzeit und der Zeit der Opiumkriege gezeigt, aber auch aus der Entfernung ein weiterer beeindruckender Blick auf die Skyline der Stadt möglich.

Viele Informationen, die uns Frau Li gegeben hat, gilt es zu späterer Zeit noch mal aufzuarbeiten, es ist einfach zu viel.

Die Stadt ist quirlig, sehr sauber, voller Touristen und gut überwacht. Es muss Millionen von Überwachungskameras geben. An der Uferpromenade waren an jedem der nicht mehr als 20 m auseinander stehender Masten bis zu 10 Kameras installiert. Es ist schon eine vollflächige Überwachung, aber man braucht andererseits auch nicht zu befürchten, dass man im öffentlichen Raum und auf vollen Plätzen beklaut wird…Polizisten gibt es zusätzlich noch, sie stehen auf öffentlichen Plätzen und Gebäuden. Die Menschen bewegen sich frei, es gibt unzählige Fotoshootings vom Brautpaar bis zu Manga-Kostümierungen.

Die Verkehrsüberwachung funktioniert vollelektronisch und wertet jeden Verstoß unmittelbar aus. Auch Verstöße, wie zum Beispiel fehlendes oder zu spätes Blinken werden geahndet, die Strafzettel werden häufig digital zugestellt. Es gibt auch ein Kontingent von 12 Punkten für 3 Monate, welches bei Verstößen reduziert wird – wenn Punkte weg, dann Fahrverbot. Die Mopeds fahren trotzdem kreuz und quer und auch mal über den Fußweg…Hat man in Tokio zum Beispiel kaum ein Moped gesehen, so ähnelt Shanghai schon ein bisschen Hanoi. Ein paar kuriose Schnappschüsse sind mir auch gelungen, die werde ich bei „Dies und Das“ zu gegebener Zeit verarbeiten.

Es gibt sehr viele E-Autos, denn deren Zulassung ist kostenfrei und nicht limitiert. Verbrenner dagegen bekommt man nur im Rahmen einer Ersteigerung eines Nummernschildes zugelassen und die Preise sind horrend.

Die Straßen sind voll, hier wird auch gerne mal gehupt und die Straßen verlaufen in mehreren Etagen. Dafür gibt es an einer Hochstraße auch gern mal hunderte von Blumenkästen, bepflanzt mit Edelrosen – einfach unglaublich!

Weiter ging es zum Stadtplanungsmuseum, was auf mehreren Etagen die Entwicklung der Stadtplanung von ca. 1930 bis 2035 zeigt. Es ist unglaublich beeindruckend, in welcher kurzen Zeit sich Shanghai von einer eher kleinen Siedlung zu dieser beeindruckenden Metropole entwickelt hat und noch immer weiter wächst. Es wird über Ökologie, Stadtklima, Wohnqualität, Verkehr usw. berichtet und vor allem werden Zukunftsvisionen entwickelt. Renommierte deutsche Architekturbüros bauen gern in Shanghai – wen wundert es bei den in Deutschland üblichen bürokratischen Hürden…

Nach einem Mittagessen in einem Großrestaurant mit ganz gutem Essen, aber ziemlichen Trubel ging es dann beschaulich in einen wiederum historischen Teil der Stadt, dem sogenannten französischen Viertel.

Hier sind die Häuser, die aus der Zeit der französischen und englischen Kolonialzeit stammen, an schmalen, von tausenden Platanen gesäumten Straßen gelegen.

Überall in der Stadt gibt es Parkanlagen – sozusagen die grünen Oasen der Stadt. Der Bürgermeister von Shanghai hat versprochen, dass bis zum Jahr 2025 jeder Bürger in weniger als 15 Minuten einen Park oder eine Grünanlage erreichen kann und wen wundert‘s – Ziel erfüllt!

Unser letztes Ziel war das Gebäude mit den 1000 Bäumen – ein riesiges Einkaufszentrum, in dessen Fassade und auf dem Dach 1000 Bäume und Großgehölze gepflanzt sind. Auf der anderen Seite des angrenzenden Flusses befindet sich ein modernes Wohnviertel – dem aktuell größten der Stadt – für 50.000 Bewohner.

Ein letzter Blick noch im Vorüberfahren auf einen buddhistischen Tempel und dann ging es wieder zum Schiff zurück.

Shanghai hat uns nachhaltig beeindruckt und wenn sich die Gelegenheit ergibt, würden wir gerne noch mal herkommen.

Wir waren zwar ganz schön abgelatscht, aber abends gab es noch die Schlagernacht auf dem Pooldeck – wer kann dazu schon nein sagen…😉. Um 22.00 Uhr legte das Schiff für uns tatsächlich schon zum letzten Mal ab – unser nächster Stopp ist das Ende unseres Kreuzfahrt – und reihte sich wieder in die sogenannte Fahrwassertrennung vor der chinesischen Küste ein. Der Schiffsverkehr ist in diesen Gewässern so dicht, dass die Schiffe wie auf einer Perlenschnur aufgereiht immer schön hintereinander und in gleichem Abstand in eine Richtung fahren – grad so wie auf der Autobahn!

Weiter geht’s nach Hongkong, welches wir nach 2 Seetagen erreichen werden.