Letzter Tag in Hanoi

Noch einmal Sightseeing

Pünktlich um 8.00 Uhr Abfahrt zum Mausoleum von „Onkel Ho“. Der Busfahrer hilft den Passagieren in der morgendlichen Rushhour besorgt über die Straße, der Reiseleiter zählt zweimal, ob auch tatsächlich alle unbeschadet eingestiegen sind. Ja, der Straßenverkehr bleibt abenteuerlich!

Mitten in der Stadt gelegen gibt es die Kultstätte, in der Ho Chin Min seit 50 Jahren aufgebahrt ist. Die Vietnamesen verehren ihn heute noch und wir schauen uns ihn nun eben auch mal an. Sowjetische Präparatoren haben ihn nach seinem Tod 1969 hergerichtet- die Ähnlichkeit mit Lenin ist frappierend, nur der Bart ist anders geformt.
Nach Sicherheitskontrolle und in braver Zweierreihe wird man, vorbei an in weißen Paradeuniformen gekleideten jungen Soldaten, durch das Gebäude geführt.
Wieder draußen kann man sich den alten, noch von den Franzosen erbauten Präsidentenpalast und die beiden bescheidenen Wohnhäuser Onkel Hos von außen ansehen und durch den hübsch angelegten Garten spazieren - ein Kontrast zum Mausoleum und dem davorliegenden Appellplatz. Ho Chi Min war ein absolut bescheidener Mensch, von dem sich manch heutiger Politiker was abschauen könnte…
Weiter geht’s bei einem Abstecher zum Militärmuseum, um den dort davor aufbewahrten Schrott vom im Vietnamkrieg abgeschossenen US-Bomber B52 anzusehen. Unser Reiseführer Thang - geboren 1959 - ist sichtbar stolz, dass man mit guter sowjetischer Technik dem Feind entsprechend zusetzen konnte. Die Volksrepublik Vietnam hat heute noch mit den Folgeschäden von Agent Blue und Orange zu kämpfen; noch immer gibt es Langzeitschäden bei den damals betroffenen Menschen und mehreren nachfolgenden Generationen.
Als Kontrastpunkt nun der Besuch einer Lackbildermanufaktur. Hier wurde uns erläutert, in welchen zahlreichen Arbeitsschritten und mit welchen Materialen diese Bilder gestaltet werden. Niedlich erklärt von einer gut englisch sprechenden jungen Frau mit ein paar kleinen deutschen Einsprengseln - „our Eierschale“ war es schon ganz nett. Ein kleines Bild durfte natürlich auch in den Koffer - ein Mitbringsel muss schon sein.
Der letzte Kulturpunkt für heute war der Besuch des Literaturtempels, ebenso mitten in der Stadt gelegen. Hier wirkte Konfuzius in seiner Schule und seine Nachfolger gründeten die erste vietnamesische Universität. Mehrere Innenhöfe dieser Tempelanlage und ein grüner Garten mit Keramiken runden das Bild ab. Noch heute kommen viele Studierende und Schüler hierher, um für eine gute Prüfung zu beten und für eine bestandene Ausbildung zu danken. Die Räucherstäbchendichte insbesondere im letzten Gebäude war schon enorm, die Informationsfülle war für einen Tag mehr als ausreichend und so haben wir uns ein Plätzchen zum ausruhen gesucht…😀
Zum Mittagessen gab es Nudelsuppe mit Hühnchen satt und der Nachmittag war frei zur fakultativen Gestaltung. Unsere bestand in einem ausgiebigen Mittagsschläfchen, weil Morgen früh geht es bereits um 3.45 Uhr - in Worten drei Uhr fünfundvierzig Minuten!!! - in Richtung Flughafen, der Flug in Richtung Landesmitte startet um 6.00 Uhr. Aber von Erholungsurlaub hatte ja keiner was gesagt…🙄

Zum Abendessen noch einmal alle zusammen in ein Lokal in der Nähe - wie immer sehr lecker - und dann zum Absacker noch in die Rooftop-Bar…
Gute Nacht 😴