Hongkong

Am Dienstag, den 28.04.26 erreichten wir unser letztes Ziel dieser Reise – Hongkong. Das Wetter hatte morgens um 8 Uhr schon 25 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Es war Regen angesagt, aber der Wettergott war uns gewogen und beließ es bei dichter Bewölkung.

Wir hatten heute gleich 2 Ausflüge gebucht – vormittags einen Stadtspaziergang und am frühen Abend eine Rundfahrt durch den Hafen. Das Wetter war uns hold und so konnten wir beide Ausflüge ohne Regen genießen.

Zunächst ging es mit dem Bus vom Kreuzfahrt -Terminal in knapp einstündiger Fahrt in die Innenstadt. Das heutige Kreuzfahrt-Terminal war bis 1998 der Flughafen von Hongkong. Jetzt ist an dieser Stelle ein tiefes Hafenbecken, welches von neu gebauten Hochhäusern umgeben ist. Der Flughafen wurde neu gebaut, etwa eine Autostunde entfernt.

Auf dem Programm standen ein Besuch des Man-Mo-Tempels mit erheblicher Räucherstäbchendichte und ein geführter Spaziergang, unter anderem durch die Hollywood Road, an Hongkongs längster (sage und schreibe 800 m) Rolltreppe vorbei, die vormittags in die eine und abends in die andere Richtung fährt und durch die Li Yuen Street East & West, die von kleinen Kramläden, Nippes-Geschäften und fliegenden Händlern aller Art gesäumt ist. Ein Stück sind wir auch mit dieser Rolltreppe gefahren. Hongkong ist ziemlich steil, quasi in die Berge gebaut und mancher Straße sieht man an, dass es hier keine Winter mit Minusgraden gibt.

Die Stadt ist laut, eng, viele Hochhäuser sind ziemlich alt und abgerockt – Hongkong scheint zumindest in manchen Stadtbezirken schon bessere Zeiten gesehen zu haben. Es gibt viele Shoppingcenter und Geschäfte, aber auch viel Leerstand. Das Internetshopping scheint auch in Hongkong ein Problem zu sein und eine Stadt, die außer auf Finanzgeschäfte und niedrige Steuern hauptsächlich auf den Tourismus setzt, hat sich scheinbar von Corona nicht wirklich erholt.

Hongkong – bis 1997 von Großbritannien verwaltet – hat Linksverkehr, das chinesische Festland hat Rechtsverkehr. Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone mit eigener Währung und weitgehenden Rechten. Wenn es nach China geht, werden diese Rechte aber systematisch eingeschränkt und führen zu entsprechendem Unmut in der Bevölkerung.

Da die Bebauung durch die umgebenden Berge begrenzt ist, wird eben in die Höhe gebaut. Hongkong ist die Stadt mit den meisten Wolkenkratzern, es gibt eigentlich keine anderen Häuser.

Anschließend ging die Fahrt mit der Star Ferry von Hong Kong Island nach Kowloon – einem der 3 Gebiete der Stadt.

Gerade die alten Hochhäuser stehen oft so dicht, dass man praktisch gerade so hindurchgehen kann – Licht und Luft kommen dort definitiv nicht hin.

Interessant ist auch die Art, wie ein Haus zum Beispiel für eine Renovierung eingerüstet wird – nämlich ausschließlich mit Bambus! Die klassischen Gerüste wie wir sie kennen, gibt es nicht – auch an Hochhäusern gibt es nur Bambusgerüste.

Am späteren Nachmittag sind wir noch einmal zu einem Ausflug aufgebrochen. Wir hatten eine Bootsfahrt gebucht, die uns Hongkong von der Wasserseite zeigen sollte. Das ursprünglich dafür vorgesehene Motorboot neuerer Bauart war wohl defekt, so dass man uns faktisch ein Upgrade – die Fahrt mit einer historisch angehauchten Dschunke – verpasst hat. War auch ganz nett und gesehen haben wir auch was.

Wieder am Schiff ging’s ans Kofferpacken – es nützt ja alles nichts. Kurz noch im Bordhospital vorbeigeschaut – Thomas Husten hat sich mächtig ausgewachsen und macht ihm schwer zu schaffen und irgendwie muss er ja auch den Heimflug überstehen. Also ehrlich – irgendwas ist immer 🙄!

Heute am 29.04. ist es nun soweit – wir müssen heim. Wir haben für heute noch eine Ganztagestour gebucht – eine riesige Stadtrundfahrt von fast 10 Stunden mit Transfer zum Flughafen. Unser Flieger geht ja erst kurz vor Mitternacht und was sollen wir den ganzen Tag noch auf dem Schiff rumlungern.

Also erst einmal Check-out, dann die über Nacht vom Schiff transportieren Koffer in der Halle vom Kreuzfahrt-Terminal raussuchen und zum Bus bringen – und ja, unsere große Reisetasche war nicht auffindbar…🤔 Nach längerer Suche konnten wir sie finden – sie war in der falschen Gruppe abgestellt worden. Irgendwas stimmt mit dieser Tasche nicht – die war auf der Anreise auch schon mal weg und fand sich dann an der Rezeption wieder… Na ja, alles noch mal gut gegangen.

Kurz vor 9.00 Uhr startete der Bus und wir wurden von einer quirligen Reiseleiterin empfangen. Die Fahrt ging zuerst hoch hinaus auf den Victoria Peak, der einen spektakulären Blick auf die Stadt und die Skyline bietet. Das Wetter passte und so konnten wir den Ausblick genießen. Oft hüllt sich der Berg nämlich in Wolken und die Sicht ist gleich Null.

Weiter ging es zum Stanley-Markt, ein riesiges, etwas provisorisch überdachtes Marktgelände mit gefühlt 1000 Ständen, in denen man alles kaufen kann, was man unbedingt, vielleicht oder auch überhaupt nicht braucht… Der nächste Wolkenbruch verleitete uns zum Kauf eines 2. Regenschirms, immerhin! Teuer ist hier vermutlich nichts und man ist auf Touristen eingestellt, denn an jedem Stand kann man mit Kreditkarte oder per App bezahlen. Ich bin von solcher Fülle ja fix überfordert und Thomas verweigert sich solchen Märkten ohnehin und brauchen tut er ja nichts davon…🫣

Als nächster Kulturpunkt stand eine Fahrt nach Aberdeen auf dem Programm. Aberdeen ist ein Stadtteil von Hongkong, der ein altes, früher als Fischereihafen genutztes Hafenbecken besitzt. Dieses Hafenbecken hat heute nur noch touristische Bedeutung und dient darüber hinaus auch als Taifunschutzbecken. Wir haben eine kurze Fahrt mit einem Sampan – einem flachen, breiten, in der Regel aus 3 Planken zusammengesetzten Ruderboot – gemacht und die Skyline noch einmal aus anderer Perspektive vom Wasser aus betrachten können.

Der Man-Mo-Tempel, der mit der enormen Räucherstäbchendichte – stand natürlich auch auf dem Programm. Thomas hat mit seinem Husten dankend drauf verzichtet und ich habe nur noch mal kurz reingeschaut. Es ist schon ein mystisches Bild, mit der indirekten Beleuchtung und den vielen Räucherstäbchen. Wir sind lieber ein bisschen in den Nachbarstraßen gebummelt und haben uns die Gegend angeschaut. Der Man-Mo-Tempel liegt ja in der Nähe der Upper Lascar Road, die im Volksmund Cat Street genannt wird. In den 1920er Jahren wurde dort Hehlerware – sogenannte Rattenware – verkauft, die Käufer, die dort nach Waren suchten, wurden abfällig Katzen genannt. 2025 wurden in diesem Quartier Katzenstatuen installiert. Es sind wohl 12 Stück, gefunden haben wir 3.

In der Gegend gibt es unzählige Antiquitätengeschäfte und Trödelstände und man kann neben unendlich viel Nippes auch wirkliche Schätzchen finden.

Dann war erst mal ein traditionelles Mittagessen angesagt, damit der geneigte Tourist auch nicht verhungert. Man ist ja schließlich noch mit TUI unterwegs und bei „Mein Schiff“ ist die regelmäßige Mahlzeit essenziell…und weiter geht’s!

Weiter ging es zum Chi-Lin-Kloster, einer unglaublich schönen Anlage mit einem traumhaften Garten. Unzählige Bonsais säumen die Wege, an jeder Ecke gibt es bezaubernde Einblicke und die gesamte Anlage strahlt eine unglaubliche Ruhe mitten in der trubeligen Großstadt aus. Und endlich konnten wir auch einmal in vielen Farben blühenden Lotus sehen. Das haben wir ehrlich nicht erwartet und das hat uns auch ein bisschen an Japan erinnert – eine willkommene Abwechslung in der quirligen Stadt.

Der letzte Fotostopp der Tour war der Tsing-Ma-Aussichtspunkt mit Blick auf die gleichnamige Brücke und neben der Ting-Kau-Brücke gelegen. Da könnte sich Dresden mal beraten lassen in punkto Brückenbau… Zwei Brücken von unglaublicher Spannweite, die Tsing-Ma-Brücke dient als wesentliche Verbindung zum Flughafen Hongkong. Ein gelungener Abschluss unserer Tour durch Hongkong. Es war etwas diesig und der nächste Regenschauer auch nicht weit, aber es war 25 Grad warm und 2 Regenschirme hatten wir ja auch…😉

Das Ausflugsende am Flughafen war gegen 18.30 Uhr. Noch mal umziehen, die Koffer aufgeben, zu Abend essen und dann auf den Flieger warten. Die Zeit verging relativ schnell und kurz vor Mitternacht ging’s dann auch los.

Der Flug war ruhig, der Flieger pünktlich und um 7.30 Uhr waren wir nach 13,5 Stunden Flugzeit und 6 Stunden Gutschrift wieder in Frankfurt. Abgeflogen sind wir in Terminal 2, angekommen in Terminal 3, das während unserer Abwesenheit eröffnet wurde. Die Koffer waren auch mitgekommen, sogar die widerspenstige Reisetasche 😇!

Der Transfer von Terminal 3 zum Bahnhof unter Terminal 1 ist schon deutlich länger als früher von Terminal 2 und kurz vor knapp erhielten wir die Information per App, dass unser Zug nicht vom Flughafen sondern vom Hauptbahnhof abfahren würde. Also im Trab zur S-Bahn, dann zum angegebenen Gleis 6 im Hauptbahnhof, leichte Irritation, denn der Zug fuhr jetzt auf Gleis 4… Geschafft, den reservierten Platz gefunden, aber der Zug fuhr nicht los, weil das Zugpersonal fehlte! Was soll man sagen, die Deutsche Bahn eben…

Mit 20 Minuten Verspätung ging es los und wir waren fast pünktlich in Dresden. Nachbar Bernd holte uns zuverlässig vom Bahnhof ab und so waren wir gegen 15.30 Uhr zu Hause angekommen. Capri war auch schon da und die Wiedersehensfreude groß!

❤️ Mein Müffchen ❤️