So haben wir uns das nicht vorgestellt…
Am Morgen des 21.11. ging es zunächst zum Flughafen und zurück nach Saigon. Das Speedboot wurde wegen zu hohem Wellengang kurzfristig am Vortag abgesagt. Thomas hing mit seinem Magenbazillus mächtig durch und es kam, wie es kommen musste… erst war ihm nur flau, dann kam der Kreislauf dazu und - wenn man nicht schnell genug reagieren kann - fällt er um. Die gute Nachricht - umfallen konnte er nicht mehr, denn er saß angeschnallt im Flugzeug, die schlechte Nachricht - wenn das im Landeanflug passiert, herrscht helle Aufregung an Bord.
Irgendwie dann doch gelandet, kam erst mal der Rollstuhl zum Einsatz, dann ging’s ab zum 1.Hilfe-Stützpunkt im Flughafen und unter tatkräftiger Unterstützung einer lieben Mitreisenden aus unserer Gruppe beim Übersetzen und Telefonieren haben wir dann beschlossen, zunächst in Saigon zu bleiben und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich war schon leicht überfordert, denn mein Englisch reicht für alltägliche Situationen, aber für komplexe Vorgänge mit entsprechender Aufregung bei weitem nicht. Die restliche Gruppe ist dann per Landweg nach Kambodscha weitergefahren, wir mit einem Fahrer der Reiseagentur ins in der Nähe befindliche staatliche Krankenhaus.
Er hat uns dort abgeliefert, ich habe noch einen Deutsch sprechenden Kontakt der Agentur in Vietnam bekommen und dann wurde Thomas in der Notfallambulanz aufgenommen.
Komplettcheck für 6.000.000 VDN, sprich knapp 200,- Euro und sehr professionell. Innerhalb von 2 Stunden Blutabnahme, EKG, Bauchsonographie und ein komplettes MRT, Tropf. Ich durfte überall mit hin und Thomas wurde von den Schwestern liebevoll bemuttert. Im Preis waren auch noch eine Reihe von Medikamenten, die verordnet wurden. Der Arzt erklärte uns dann, dass soweit alles in Ordnung sei und wir in ein Hotel fahren könnten. Also habe ich fix eins über Booking für die nächsten 2 Tage gebucht und der Empfang vom Krankenhaus hat auch noch ein Taxi gerufen. In den in Saigon permanenten Rushhour hat die Fahrt von knapp 10 Kilometern fast eine Stunde gedauert, aber Saigon ist ein Moloch. Alles sehr anstrengend, denn er war weiterhin extrem schwach. Rein ins Hotel, alle Formalitäten fix erledigt und den Gatten ins Bett gesteckt.




Ich hatte ein kleines Boutiquehotel mit hohem Ökostandard in der Innenstadt gebucht, dessen vorzüglicher Service und das besonders tolle Frühstück gelobt wurde. Heute Morgen entpuppte sich das Frühstück nicht als Bufett, wie wir es erwartet haben, sondern als vorzügliches A la Carte-Frühstück mit asiatischen Spezialitäten…🫣Aber Sie haben uns auf unsere Erklärung des angeschlagenen Ehemanns hin ganz liebevoll Brot getoastet und mit Butter und Tee serviert…😇
Den Tag haben wir überwiegend im Hotel vertrödelt, konnten mit der Reiseagentur in Kambodscha die Einreiseformalitäten klären, haben uns für Morgen Flüge nach Siem Reap gebucht und werden Morgen Nachmittag weiterfliegen. Wenn alles gut klappt, dann treffen wir Morgen unsere Gruppe wieder und können die letzten Tage unserer Reise wie geplant fortsetzen. Alle - unsere Mitreisenden und die beiden Agenturen in Vietnam und Kambodscha - haben sich wirklich bemüht und nachgefragt, ob wir auch zurechtkommen.
Ab und zu sind wir heute mal zu kleinen Spaziergängen aufgebrochen, es ist ja Samstag und richtig was los hier! Alles schön gemächlich, denn Thomas ist schon noch recht schwach und hat ja nun auch schon 3 Tage lang nicht richtig gegessen…🤔Aber wir sind optimistisch!









